Abwehr und Angst verhindern rechtzeitiges Handeln

(mt) Unternehmen lassen sich häufig zu spät betriebswirtschaftlich und rechtlich zu den Themen Sanierung und Insolvenz beraten. Die Chancen, ein Unternehmen erfolgreich zu sanieren, sind jedoch in einem frühen Krisenstadium größer. Oftmals verhindern Abwehr und Angst rechtzeitiges Handeln. Unternehmer hegen die Hoffnung, es werde irgendwie von selbst wieder aufwärtsgehen.

Kein Wunder, noch immer werden Geschäftsführer von insolventen Unternehmen in der Gesellschaft als Versager abgestempelt und finden nur mühsam zurück in den Alltag. Dabei ist niemand davor gefeit unter Stress Fehlentscheidungen zu treffen und Dinge zu übersehen, die man unter normalen Umständen nie übersehen würde.

Ab einem bestimmten Stressniveau unterliegt das Verhalten nicht mehr der rationalen Kontrolle. Es wird reflexartig, unreflektiert und unüberlegt, dafür aber schnell und hektisch. Bereits Ungewissheit und mangelnde Vorhersagbarkeit genügen, um das Gleichgewicht zu verletzen.

Managementfehler sollten daher nicht zu Stigmatisierung führen.

Erkennt ein Geschäftsführer eine Krise, sollte er frühzeitig reagieren. Das Erkennen einer Krise bedeutet nicht automatisch das Ende des Unternehmens, sondern kann den Beginn einer erfolgreichen Sanierung darstellen. Je früher die Krise erkannt wird, desto mehr potenzielle Restrukturierungsmöglichkeiten (StaRUG, Schutzschirmverfahren / Eigenverwaltungsverfahren) kommen in Betracht.

Wenn eine Firma aus der Insolvenz gerettet werden soll, kommt es besonders darauf an, die wichtigsten Mitarbeiter zu halten. Die besten Kräfte nutzen schon bei den ersten Krisenzeichen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Damit geht wichtiges Know-how verloren. Die größte Hilfe hierbei ist das Insolvenzgeld, welches im Rahmen einer Insolvenzgeldvorfinanzierung nur bei frühzeitigem Handeln in maximalem Umfang für die Sanierung genutzt werden kann.

Doch auch bei verspätetem Handeln gilt „better late than never“ denn auch im Regelinsolvenzverfahren gibt es Sanierungsmöglichkeiten!

Maike Tallen

TALLEN Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB