(th) 12 Jahre Bürgermeister unserer schönen Stadt Meppen, mehr als eine Dekade der Stadtentwicklung, Kultur, von Vereinen, einer Pandemie namens Corona und insbesondere der Menschen, die hier leben – darauf blickt unser bereits verabschiedeter Bürgermeister Helmut Knurbein zurück. In dieser Zeit ist viel in Meppen passiert. Meppen ist ein besonders interessanter Standort für Firmen. Die Anfragen innerhalb der Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung steigen Jahr für Jahr. Das kulturelle Angebot und die Lage am Wasser machen unsere Stadt beliebt bei vielen Familien und Touristen.
In dieser Ausgabe des Stadtmagazins DER MEPPENER möchte ich unserem ausgeschiedenen Bürgermeister die Möglichkeit geben, über seine Erfahrungen, seine Eindrücke und die besonders im Gedächtnis gebliebenen Geschichten aus seinen beiden Amtszeiten zu berichten. Lesen Sie dazu das folgende Interview.
(th) Herr Knurbein, zwölf Jahre sind eine lange Zeit. Wenn Sie zurückblicken: Welche Projekte oder Entwicklungen waren für Sie besonders prägend – und worauf schauen Sie mit besonderer Freude?
(hk) Wenn ich auf zwölf Jahre zurückblicke, denke ich natürlich an viele konkrete Projekte, aber vor allem an die Entwicklung unserer Stadt insgesamt. Meppen hat sich in dieser Zeit sichtbar weiterentwickelt – bei der Stadtentwicklung, bei der Infrastruktur, beim Wohnen, aber auch im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich.
Besonders freue ich mich darüber, dass wir gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern vieles auf den Weg bringen konnten. Dabei waren mir immer zwei Dinge wichtig: Meppen sollte sich weiterentwickeln, ohne seinen Charakter zu verlieren, und Entscheidungen sollten möglichst einen nachhaltigen Nutzen für die Menschen vor Ort haben.
Besonders in Erinnerung bleiben mir aber auch die schwierigen Zeiten. Die Corona-Pandemie und die Hochwasserlage haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass eine Stadtgemeinschaft zusammenhält. Gerade in solchen Situationen habe ich erlebt, wie engagiert die Menschen in Meppen sind.
Und vielleicht ist genau das für mich die schönste Bilanz: Nicht ein einzelnes Projekt, sondern das Gefühl, dass wir gemeinsam viel für Meppen erreicht haben.
(th) Meppen besteht nicht nur aus Bauvorhaben und Zahlen. Es sind die Menschen, die in unserer Stadt ihren Lebensmittelpunkt haben und Meppen mit Leben füllen. Was möchten Sie den Meppenerinnen und Meppenern zum Abschied sagen?
(hk) Ich möchte vor allem Danke sagen. Danke für das Vertrauen, das mir die Meppenerinnen und Meppener über zwölf Jahre entgegengebracht haben. Ein Bürgermeister kann eine Stadt nicht allein gestalten. Er kann Impulse geben, Entscheidungen vorbereiten und Verantwortung übernehmen – aber eine Stadt lebt von den Menschen, die hier wohnen, arbeiten und sich engagieren.
Ich durfte in diesen zwölf Jahren sehr viele Menschen kennenlernen und habe unzählige Begegnungen erlebt. Manche waren politisch oder dienstlich geprägt, andere ganz persönlich. Gerade diese Begegnungen werde ich besonders in Erinnerung behalten.
Ich wünsche mir, dass Meppen auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der man gerne lebt, arbeitet und miteinander umgeht. Und ich werde Meppen natürlich auch nach meinem Ausscheiden aus dem Amt verbunden bleiben.
Nach zwölf Jahren darf ich sagen: Ich gehe mit großer Dankbarkeit und mit einem guten Gefühl.
(th) Sie wollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Stadtverwaltung Raum für eigene Ideen geben. Was war Ihnen dabei wichtig – und woran lässt sich dieser Ansatz im Arbeitsalltag
erkennen?
(hk) Mir war immer wichtig, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Aufgaben abarbeiten, sondern eigene Ideen entwickeln können.
Eine Verwaltung lebt von den Menschen, die dort arbeiten. Gerade als Bürgermeister kann man nicht jede Entscheidung selbst treffen und schon gar nicht jedes Problem selbst lösen. Man muss Verantwortung übertragen und gleichzeitig Vertrauen schenken.
Natürlich bedeutet das auch, dass nicht jede Idee am Ende umgesetzt werden kann. Aber ich finde, Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, Vorschläge zu machen, Dinge kritisch zu hinterfragen und auch einmal neue Wege auszuprobieren.
Ich glaube, dass eine gute Verwaltung davon lebt, dass Menschen gerne Verantwortung übernehmen. Und wenn man ihnen dafür den notwendigen Raum gibt, profitiert am Ende die gesamte Stadt.
(th) Mit dem Ende Ihrer Amtszeit beginnt für Sie ein neuer Lebensabschnitt. Haben Sie schon Pläne für die Zeit danach, oder möchten Sie erst einmal alles auf sich zukommen lassen?
(hk) Ich glaube, nach zwölf Jahren Bürgermeisteramt muss man nicht sofort den nächsten großen Lebensplan vorlegen.
Ich freue mich zunächst einmal darauf, etwas mehr Zeit für meine Familie und meine Frau zu haben. Das ist in einem Bürgermeisterleben mit vielen Terminen, Abendveranstaltungen und Wochenenden, an denen man unterwegs ist, nicht immer selbstverständlich.
Gleichzeitig kann ich mir gut vorstellen, meine Erfahrungen auch künftig einzubringen. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Erfahrung in Verwaltung, Führung und Kommunalpolitik sammeln dürfen. Wenn sich daraus interessante Aufgaben oder Möglichkeiten ergeben, werde ich sicher nicht grundsätzlich Nein sagen.
Aber zunächst gilt: etwas mehr Zeit haben, Fahrrad fahren, Motorrad fahren, reisen – und vielleicht auch einmal einen Termin nicht im Kalender haben zu müssen.
Darauf freue ich mich tatsächlich sehr.
(th) Dr. Sigrid Kraujuttis übernimmt das Bürgermeisterinnenamt am 1. November 2026. Was wünschen Sie Ihrer Nachfolgerin für die ersten Tage und für ihre Amtszeit?
(hk) Ich wünsche ihr vor allem einen guten Start und viel Freude an dieser verantwortungsvollen Aufgabe.
Das Amt der Bürgermeisterin ist anspruchsvoll, aber es bietet auch die Möglichkeit, sehr viel für eine Stadt und ihre Menschen zu bewegen. Deshalb wünsche ich ihr die notwendige Kraft, Gelassenheit und vor allem ein gutes Gespür für die Menschen in unserer Stadt.
Ich würde ihr außerdem mitgeben, ihren eigenen Weg zu gehen und eigene Akzente zu setzen. Jeder Bürgermeister und jede Bürgermeisterin hat seine oder ihre eigene Persönlichkeit und eigene Vorstellungen. Das ist auch gut so.
Und natürlich wünsche ich ihr, dass sie bei allen Herausforderungen nie den Blick dafür verliert, warum man dieses Amt übernommen hat: um etwas für die Stadt und ihre Menschen zu bewegen.
Ich wünsche ihr für die kommenden Jahre alles Gute, viel Erfolg und eine glückliche Hand.