(eb) In konfrontativen Zeiten ist es geboten, nach Perspektiven Ausschau zu halten – nach Formen schöpferischen Austauschens, die die Verschiedenheiten würdigen und sich aussprechen lassen. Zwei Parteien können leicht in einen Disput geraten und sich total unversöhnlich gegenüberstehen, ein Dritter kann vermitteln und Perspektiven aufzeigen.
Ein musikalisches Trio hat einen besonderen Reiz, wenn das dritte Instrument von ganz anderer Art und Klangfarbe ist. Das hier ausgestellte plastische Trio besteht nicht aus drei gleichartigen Bronze-Formen. Auch die Basis der drei, die kleinen Sockel, ist unterschiedlich. Verschiedenartigkeit, Individualität macht den Reiz im Leben aus. Wir leben in einer Zeit, die Gleichmaß zum Ziel zu haben scheint. Schauen wir in die Natur, Vielfalt ist das Leben und zu entdecken ist oft eine atemberaubende Schönheit. Schönheit ist. Sie war, bevor wir Menschen kraft unseres Bewusstseins die Ästhetik hervorbrachten. In einem Text über Kunstunterricht war vor längerem zu lesen, „Ästhetik ist Wahrnehmung, nicht Schönheit“. Kann es sein, dass einige im Begriff sind, die Wahrnehmung als die höhere Gabe zu betrachten? Ist ihnen dabei der Sinn für das Schöne verloren gegangen? Der Goldene Schnitt ist ein sichtbares Ordnungsprinzip in der ganzen Schöpfung und oft auch in den vom Menschen geschaffenen Werken. Diese Tatsache war Anlass für die Zeichnung über den drei Bronze-Plastiken, der „Trialog“-Gruppe.
„Schönheit ist – sichtbare Schöpferkraft
Schönheit ist – unabhängig von mir.“
Der Begriff „Trialog“
Das Wort Trialog wird in den letzten Jahren oft im Zusammenhang mit den folgenden Wörtern verwendet: Jugendamt, Träger, Jugendhilfe, Jugendzentrum, Gottesdienst, Rassismus. Vor 30 Jahren wurde das Wort Trialog nur sehr selten oder gar nicht gebraucht.