(eb) Einmal im Jahr wird Meppen zur Bühne für ein Festival, das längst über das Emsland hinausstrahlt. Beim Kleinstadtfestival 2026 standen am 21. und 22. August insgesamt 16 Acts auf dem Programm.
Die Geschichte des Kleinstadtfestivals beginnt mit einer einfachen Frage: Was wünschen sich junge Menschen für ihre Stadt? Bei einer Befragung im Jahr 2012 wurde deutlich, dass Jugendliche nicht nur Angebote konsumieren, sondern selbst Einfluss auf das kulturelle Leben in Meppen nehmen wollten. Aus diesem Wunsch entstand die Idee der „Kleinstadtkinder“ – einer Gruppe, die am Jugend- und Kulturzentrum JAM angesiedelt ist und das Festival seit 2013 mit aufbaut.
Heute engagieren sich dort mehr als 120 Jugendliche und junge Erwachsene. Sie übernehmen Aufgaben, die bei anderen Festivals häufig von professionellen Teams erledigt werden. Sie verkaufen Merch, kümmern sich um den Einlass, unterstützen hinter der Bühne, begleiten Künstler, koordinieren Abläufe und helfen bei der technischen Umsetzung. Das Entscheidende dabei: Sie sind nicht lediglich Helferinnen und Helfer. Sie gestalten das Festival aktiv mit.
Bühne frei für Stars und Nachwuchs
Auch musikalisch hat sich das Festival längst einen eigenen Namen gemacht. Künstler wie Madsen und die Leoniden waren bereits in Meppen zu Gast. 2026 standen unter anderem Von Wegen Lisbeth und Raum27 auf dem Programm.
Neben bekannten Acts gehört aber auch die Förderung der regionalen Musikszene zum Konzept. Künstler aus dem Emsland und der näheren Umgebung bekommen die Gelegenheit, vor einem größeren Publikum aufzutreten. So entsteht ein Programm, das Bekanntes mit Neuem verbindet und sowohl eingefleischte Fans als auch neugierige Besucher anspricht.
Team Scheisse, Jancee Pornick Casino, Keøn, Wääsper Tontauben, Call It Off, Peals, Against Randy!, Mambo Schinki, Von Wegen Lisbeth, The Subways, Raum27, Remote Bondage, Barrikaden, Twee-Star, Zanji und das L3K-Soundsystem standen in diesem Jahr auf der Festivalbühne.
Auch gesellschaftliches Engagement gehört zum Festival. Die mehr als 40 Jahre alte Eingangstür des legendären Meppener Rockpalasts wurde 2026 für 4.500 Euro versteigert. Der Erlös geht an einen guten Zweck, unter anderem an War Child. Nach Angaben der Veranstalter können damit 37 Kinder in Kriegs- und Krisengebieten ein Jahr lang unterstützt werden.
Besondere Aufmerksamkeit bekam das Festival in diesem Jahr zudem durch den NDR. Die Sendung „Hallo Niedersachsen“ wurde am Samstag, 22. August, live vom Kleinstadtfestival ausgestrahlt. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Auftritte von Bands wie Von Wegen Lisbeth, sondern auch das ehrenamtliche Engagement und die Jugendarbeit in Meppen. Mehrere Beiträge beleuchteten das Festival, die Kleinstadtkinder und das Jugend- und Kulturzentrum JAM und zeichneten damit ein ausgesprochen positives Bild des Projekts.
Das Kleinstadtfestival zeigt damit eindrucksvoll, wie viel kulturelle Energie aus einer vergleichsweise kleinen Stadt kommen kann. Es verbindet bekannte Acts mit regionalen Künstlern, gibt Jugendlichen Verantwortung und schafft einen Ort, an dem Musik, Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen. Meppen ist dabei längst nicht mehr nur Gastgeber des Festivals – die Stadt und ihre Jugendlichen sind selbst ein wesentlicher Teil davon.