(sd) „Es ist kein medizinisches Thema. Es ist gefühlt der Bereich meines Lebens, den ich absolut nicht kontrollieren kann. Das ist ein Problem für mein gesamtes Selbstverständnis als Mann.“ Eine drastische Aussage, die aber so immer wieder von Männern kommt, die unter Harninkontinenz leiden.
„Viele Männer erleben das als massiven Kontrollverlust“, sagt Silvia Deymann, die sich in ihrem Institut auch auf Inkontinenz bei Männern spezialisiert hat. „Das sind Männer, die im Job führen, ihr Leben selbstbewusst bestreiten und ihre Finanzen sicher managen. Aber wenn sich der eigene Körper dieser Kontrolle entzieht, wirft das einen Schatten auf alle anderen Lebensbereiche.“ Das bleibt nicht folgenlos. Im Business beginnt die Unsicherheit oft schon vor ganz normalen Situationen. Vor längeren Meetings wird nicht getrunken. Termine außer Haus werden anders bewertet. Dienstreisen, Kundengespräche oder Abendveranstaltungen verlieren ihre Selbstverständlichkeit.
In Beziehungen geht es weiter: Intimität wird vorsichtiger oder ganz vermieden. Wer datet, fühlt sich völlig verunsichert. Die Sorge, peinlich aufzufallen, unattraktiv zu wirken oder eine Situation nicht kontrollieren zu können, sitzt tief.
Das muss alles nicht sein, kein Mann muss das heute noch ernsthaft akzeptieren. „Wenn das Gefühl, nicht mehr leistungsfähig zu sein, und die Angst, als schwacher Mann wahrgenommen zu werden, überhandnehmen und zusätzlich versucht wird, die Probleme zu bagatellisieren, dann ist eine Gegenreaktion überfällig!“ Männer, die bereits ihre Termine auf dem EMP Chair wahrgenommen haben, sind heute froh, diese falsche Scham überwunden zu haben.
Ins Institut von Silvia Deymann kommen Männer, die genau an diesem Punkt im Leben sind und eine Entscheidung getroffen haben. Sie setzen sich vollständig bekleidet für 30 Minuten auf einen Stuhl, trainieren dadurch ihren Beckenboden, checken dabei Mails oder News, wiederholen den Prozess zehn bis fünfzehn Mal und sind mit einer wissenschaftlich belegten hohen Wahrscheinlichkeit „wieder voll da“ und haben ihr Leben wieder im Griff.
„Nichts daran ist peinlich. Alles daran macht Sinn“, stellt Silvia klar, die dazu auffordert, sich dem Thema mit Selbstbewusstsein zu stellen. „Es wäre verrückt, es nicht zu tun.“