Unterschiedlichen Lebenserfahrungen Geltung verschaffen

(th) In Deutschland wurde das Wahlrecht für Frauen im November 1918 Kraft Gesetzes geschaffen. Doch obgleich Frauen die gleiche Stimmkraft in der Wahl haben, so sind sie innerhalb der Parteien und Wahllisten meist unterrepräsentiert. Im Deutschen Bundestag waren nach der letzten Bundestagswahl 31,2% der Abgeordneten Frauen. Ähnlich verhielt es sich im Stadtrat in Meppen: nach der Kommunalwahl 2016 gehörten zunächst zwölf Frauen dem Rat an. Aufgrund verschiedener Ursachen schieden in der aktuellen Amtszeit vier Ratsfrauen aus, weshalb aktuell lediglich noch acht Damen im Rat vertreten sind.

Engagement
Auch wenn viele von uns heute eine andere Vorstellung von Familie besitzen als es noch unsere Großeltern taten, sind es häufig die Frauen, welche insbesondere im Hinblick auf die Kinder mehr Zeit aufbringen. In Kindergärten und Schulen sind Frauen ebenso engagiert wie in Vereinen. Sie sind engagierte Personen des öffentlichen Lebens und treten für Themen (z.B. Klimaschutz, etc.) mit Tatendrang ein. Auf der Bühne der Politik besetzen sie wichtige Ämter. Dennoch ist deutlich ablesbar, dass sie im Hinblick auf die Gesamtzahl der Mandate unterrepräsentiert sind.

„Wir brauchen Verstärkung!“
Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen im kommenden Jahr auf Bundes- und Kommunalebene will das Bündnis „Mehr Frauen in die Politik“ dies thematisieren und ändern. Am Samstag, den 19. September 2020, traten die Ratsfrauen der Stadt Meppen gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Elisabeth Mecklenburg in der Innenstadt an, um Frauen anzusprechen und sie für den Stadtrat zu interessieren. Dazu wurden 39 Stühle aufgestellt: 31 graue und 8 rote. Diese verdeutlichten beim ersten Blick darauf bereits das Ungleichgewicht innerhalb des Rates.

Lösungen
Die Gründe für ein solches Missverhältnis sind vielfältig. Doch es ist an den Parteien, ihre Listenplätze ausgewogen zu vergeben, und an den Frauen, sich für die Lokalpolitik zu engagieren. Nur gemeinsam ist es möglich, eine ausgewogene Besetzung des Stadtrates zu ermöglichen.