(eb) Maximilian Meinert steht vor einem Steuerungskasten. Vor sich hat er zahlreiche Kabel, Schalter und Sicherungen, die er nach einem vorgegebenen Schaltplan installiert.

Er ist einer der sechs angehenden Mechatronikerinnen und Mechatroniker der WTD 91 im zweiten Lehrjahr. In sechseinhalb Stunden muss er nach einer deutschlandweit einheitlichen Prüfungsanleitung mechanische und elektrische Teile in exakt vorgegebener Weise bearbeiten und zusammensetzen. Die entstandene Apparatur soll anschließend machen, was in der Prüfungsaufgabe gefordert ist. In diesem Jahr handelt es sich dabei um eine Maschine, die Stahlzylinder mittels Lichtschranke zählt, auswirft und schließlich nach einer vorgegebenen Anzahl eigenständig stoppt.
Nachdem Anfang Juni bereits die auszubildenden Chemielaborantinnen und -laboranten der WTD 91 ihre Prüfungen absolviert haben, finden aktuell auch die Zwischenprüfungen der auszubildenden Mechatronikerinnen und Mechatroniker statt. Damit ist die WTD 91 dieses Jahr bundesweit der erste Betrieb, der die Prüfungen durchführt.

„Bei der Abschlussprüfung Teil 1 stehen besonders die mechanischen Fähigkeiten wie Bohren, Sägen und Feilen im Vordergrund, während in der Abschlussprüfung Teil 2 – zum Ende der Ausbildungszeit – das Augenmerk auf die Verkabelung, das Programmieren und die Dokumentation gerichtet wird“, so Daniel Mirus, der bei der WTD 91 für die Auszubildenden zuständig ist.

Dieses Jahr finden in den Ausbildungswerkstätten der WTD 91 für insgesamt 22 Auszubildende im Fachbereich Mechatronik die Zwischenprüfungen statt. Neben den 6 eigenen Auszubildenden werden auch Lehrlinge externer Firmen durch den IHK Prüfungsausschuss geprüft. „Die Abschlussnoten der WTD-Auszubildenden liegen fast immer im obersten Drittel“, so Mirus.

Um die Auszubildenden trotz Corona-bedingter Kontaktbeschränkungen bestmöglich auf ihre Prüfungen vorzubereiten wurde der Werkstattbetrieb seit Beginn des Jahres weitreichend eingeschränkt. Den Lehrlingen aus dem 3. Lehrjahr wurden von der Berufsschule Tages- und Wochenaufgaben bereitgestellt, welche sie zuhause bearbeiten konnten. Die Aufgaben wurden durch die Ausbilder der WTD zum Teil in Konferenzschaltungen per Telefon bearbeitet und besprochen. Inzwischen werden die Auszubildenden des 3. Lehrjahrs wieder in den Werkstätten des Aufgabenfeldes 120 eingesetzt.

Die Auszubildenden im vierten Lehrjahr wurden nach ihrer Abschlussprüfung im Januar den Bereichen zugeteilt, in denen sie ihre Folgeverwendung finden. Auch den Absolventen, die nach ihrer Abschlussprüfung in externen Betrieben arbeiten, bietet die WTD die Möglichkeit einer Übergangsbeschäftigung von bis zu 12 Monaten, um die Zeit bis zum Beginn des neuen Beschäftigungsverhältnisses zu überbrücken.

Die WTD 91 bietet jedes Jahr 6 Ausbildungsplätze im Bereich Mechatronik an. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 ½ Jahre, kann jedoch bei gutem Schulabschluss und entsprechenden Leistungen auf 2 ½ Jahre verkürzt werden. Interessierte haben im Rahmen von Schülerpraktika die Möglichkeit, sich persönlich ein Bild vom Berufsalltag zu machen. „Viele unserer Praktikanten kommen sogar in ihren Ferien zu uns“, so Mirus.

Die Mechatronik ist ein interdisziplinär ausgerichteter Ausbildungsberuf. Verschiedene Fachbereiche wie Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau wirken hier zusammen. Mechatronikerinnen und Mechatroniker konstruieren, bauen und steuern Geräte und Maschinen – bis hin zu komplexen Produktionsanlagen.

Weitere Informationen sind online verfügbar unter https://www.bundeswehrkarriere.de/ausbildung-mechatroniker/138048.

Zudem werden an der WTD 91 vier Chemielaboranten/-innen, neun Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme, fünf Industriemechaniker/innen, zwei Tischler/-innen und alle 3 Jahre eine(n) Maler/-in ausgebildet. Zum 01.09.2020 starten 26 junge Leute ihre Ausbildung an der Dienststelle. Die Bewerbungsfrist für das Jahr 2021 ist der 30.03.2021.