Beschäftigte aus der Kinder- und Jugendhilfe berichten

(eb) Mehr als 130 pädagogische Fachkräfte haben sich für eine Beschäftigung in einer der 14 Wohngruppen der Backhaus Kinder- und Jugendhilfe (BKJH) im Emsland entschieden. Für einen Job mit jungen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dauerhaft in ihrer Herkunftsfamilie leben können und deren Vorerfahrungen ihre Spuren hinterlassen haben. Sie benötigen ein sicheres Zuhause und eine angemessene Strukturierung des Alltags.

Hauptziele in den Wohngruppen sind das Aufarbeiten der Lebensgeschichte der jungen Menschen, der Aufbau einer positiven Bindung zu den Fachkräften und ein positives Alltagserleben. Bei diesen und weiteren Zielen unterstützen die pädagogischen Fachkräfte die Kinder und Jugendlichen in den auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Wohngruppen mit verschiedenen Zielsetzungen, Zielgruppen und pädagogischen Konzepten. Neben Jugendwohngruppen leben die jungen Menschen mit besonderen Bedarfen in intensivpädagogischen oder therapeutischen Wohngruppen, in Gruppen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete oder im Kleinstheim. Die Clearingstelle nimmt junge Menschen für einige Monate auf, deren Zukunftsperspektiven noch nicht geklärt sind. Zudem gibt es ein Mutter-Vater- und Kind-Haus sowie die Verselbstständigung auf dem Weg zur Selbstständigkeit.

Die Erzieher, Heilpädagogen, Sozialpädagogen und Beschäftigten mit anderen Qualifikationen arbeiten in Voll- oder Teilzeit, teils im Schichtdienst, und sicherlich ist eine Beschäftigung mit jungen Menschen in Wohngruppen oder als Bereichsleitung für Wohngruppen manchmal herausfordernd und anstrengend. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben sich die Mitarbeitenden bewusst für diese Arbeitsstelle bei der BKJH entschieden, die viele positive Aspekte und schöne Tage mit sich bringt:

„Ich habe mich für meine Position als Hausleitung…entschieden, da ich…eine gute Mischung aus Büro- und Beziehungsarbeit mit den jungen Menschen habe. Es ist ein abwechslungsreiches Arbeiten, an dem ich viel Freude habe.“
(Hausleitung in intensivpädagogischer Wohngruppe)

„Die Arbeit mit den Teams und den…unterschiedlichen Persönlichkeiten ist immer wieder eine sehr erfüllende Aufgabe. Gemeinsam darüber zu beraten, was für die positive Entwicklung der jungen Menschen wichtig ist, ist dabei eine für mich sehr sinnstiftende Aufgabe.“ (Bereichsleitung für verschiedene Wohngruppen)

„Ich habe Spaß an der Arbeit mit jungen Menschen. Es ist schön, die jungen Menschen heranwachsen zu sehen und sie im Team auf dem weiteren Lebensweg zu begleiten und ihnen eine schöne Zeit und Zukunft zu schaffen oder zu bieten. Mir gefällt, dass es eine sehr abwechslungsreiche Arbeit ist und kein Tag ist wie der andere.“ (stellvertretende Hausleitung in Jugendwohngruppe)

Auch die Konzeption der BKJH und die Angebote für Mitarbeitende wissen die pädagogischen Fachkräfte zu schätzen:

„Ich durfte erleben, dass in dieser Einrichtung das Leitmotiv „KiM“ – Kind im Mittelpunkt – gelebt wird und dieses möchte ich gerne an Kollegen und Kolleginnen weitergeben.“ (Bereichsleitung für verschiedene Wohngruppen)

„Ebenfalls haben die jungen Menschen…die Möglichkeit durch Partizipation mitzuwirken. Der Arbeitgeber…bietet seinen Mitarbeitern viele Vorteile wie Qualitrain und Aeroscan, welche ich gerne in Anspruch nehme.“ (Hausleitung in intensivpädagogischer Wohngruppe)

„Durch eine hohe Flexibilität und die Großtagespflegestätte…lassen sich meine Familie und mein Beruf problemlos miteinander vereinbaren.“ (Hausleitung in intensivpädagogischer Mädchenwohngruppe)

Darüber hinaus erhalten angehende pädagogische Fachkräfte die Chance, während ihrer Fachoberschule oder Ausbildung ihr Praktikum und im dualen Studium ihre Praxisstunden in einer oder mehreren Wohngruppen der BKJH zu absolvieren und Einblicke in die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe zu erlangen.

„Ich persönlich habe hier in der Gruppe die Möglichkeit, für mich neue Erfahrungen zu sammeln und über mich hinaus zu wachsen. Ich werde immer von allen unterstützt und es wird mir auch immer ermöglicht neue Einblicke in alle Bereiche zu bekommen.“ (Praktikantin in intensivpädagogischer Wohngruppe, zuvor im tiergestützten Bereich)

Auch als studentische Mitarbeitende ergeben sich einige Vorteile:

„Besonders gut an meiner Tätigkeit gefällt mir, viele verschiedene Einblicke der unterschiedlichen Wohngruppen und Positionen in der BKJH zu erlangen…aber auch stetig mehr Verantwortung zu bekommen. Während des Studiums kann man Erlerntes anwenden und hat einen guten Bezug zur Praxis und Theorie.“ (Studentische Mitarbeiterin in therapeutischer und intensivpädagogischer Wohngruppe, aktuell in der Bereichsleitung)

So vielseitig die Beweggründe der Mitarbeitenden für eine Tätigkeit mit jungen Menschen in Wohngruppen bei der BKJH sind, so vielseitig sind auch die Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten für angehende und ausgelernte pädagogische Fachkräfte. Und eines haben die Mitarbeitenden gemeinsam: Für sie ist der ‚Arbeitsplatz Wohngruppe ‘eine Herzensangelegenheit.