Was bisher geschah:
(mt) Kai hatte ein Haus gekauft und Julia, der Liebe seines Lebens, bei einem Spaziergang zu dem künftigen Eigenheim einen Heiratsantrag gemacht. Da die Bank Kai die Finanzierungszusage nur unter der Bedingung erteilen wollte, dass auch Julia für die Immobilienfinanzierung haftet, hatte Julia den Darlehensvertrag spontan unterzeichnet und sich zudem der sofortigen Zwangsvollstreckung in ihr gesamtes Vermögen unterworfen. Aufgrund eines heftigen Streits im Zuge der Hochzeitsplanung war Julia ausgezogen und hatte sich von ihrem Arbeitskollegen Simon trösten lassen, den sie kurze Zeit später geheiratet hatte. Dieses hatte Kai vollends aus dem Gleichgewicht gebracht…

Fortsetzung
Noch immer verspürte Kai tagein und tagaus eine große Leere. Die Tage verbrachte er in der Regel auf einer Bank an der Ems. Bei Anbruch der Dunkelheit suchte er für gewöhnlich eine leerstehende Scheune auf, die er durch einen Zufall gefunden hatte. Doch die Ereignisse des heutigen Tages sollten alles verändern: Als Kai von seinem Mittagsschläfchen auf seiner Lieblingsbank aufwachte, sich streckte und langsam die Augen öffnete, erspähte er eine junge Frau neben sich auf der Bank. Kai zuckte vor Schreck zusammen. Nachdem die Frau keine Anstalten machte, die Bank zu verlassen, wurde er zunehmend unruhiger. Als die junge Frau bemerkte, dass Kai aufgewacht war, sprach sie ihn vorsichtig mit sanfter Stimme an: „Kai, erkennst Du mich denn nicht? Ich bin es, Anna. Ich habe jahrelang Deine Fracht kontrolliert. Komm mit mir mit. Ich koche uns eine leckere Pasta und Du kannst währenddessen ein warmes Bad nehmen.“ Anna hakte sich bei Kai ein und führte ihn sanft aber bestimmt zu ihrer Wohnung.

Julia war Simon sehr dankbar dafür, dass er ihr finanziell einen Neuanfang ermöglicht hatte, indem er ihre Restschuld getilgt hatte. Nun wollte sie ihm und auch sich selber beweisen, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hatte und in der Lage war auf eigenen Beinen zu stehen. Die ersten Schritte dafür hatte Julia bereits umgesetzt: Da Julia es sehr bereute, damals mit Kai keinen vertraglichen Regelungen für den Fall einer Trennung in Form eines Partnerschaftsvertrages getroffen zu haben, hatten Simon und Julia einen Ehevertrag geschlossen und darin unter anderem vertraglich vereinbart, dass im Falle einer Trennung kein Ausgleich hinsichtlich Simons Immobilie und auch nicht hinsichtlich Julias künftigem Unternehmen erfolgen soll. Diesen Schritt hatte Julia lange durchdacht und den Vertrag mehrfach mit ihrem Notar besprochen. Nie wieder wollte Julia so übereilt wie damals einen wichtigen Vertrag unterzeichnen. Simon hatte Julia auch angeboten, ihr die Unternehmensgründung zu finanzieren. Dieses hatte Julia jedoch abgelehnt. Die Unternehmensgründung wollte sie alleine schaffen….

(Fortsetzung folgt)

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Maike Tallen,
Rechtsanwältin und Notarin in Meppen