Was bisher geschah:
(mt) Kai hatte ein Haus gekauft und Julia, der Liebe seines Lebens, bei einem Spaziergang zu dem künftigen Eigenheim einen Heiratsantrag gemacht. Die Finanzierung für das Haus hatten beide unterschrieben. Auch hatten beide die persönliche Haftung für die Zahlung des Geldbetrages übernommen und sich der sofortigen Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen unterworfen. Aufgrund eines heftigen Streits im Zuge der Hochzeitsplanung war Julia ausgezogen und hatte sich von ihrem Arbeitskollegen Simon trösten lassen, den sie kurze Zeit später geheiratet hatte. Für Kai war eine Welt zusammengebrochen.

Fortsetzung
Kai hatte sich seit der Trennung von Julia im Haus verkrochen. Er hatte weder seine Post noch die Haustür geöffnet. Auch war er seit der Trennung von seiner geliebten Julia nicht mehr zur Arbeit gegangen und hatte keine einzigen Rechnungen mehr bezahlt. Die Versteigerung des Hauses, welche die Bank beantragt hatte, nachdem sich Julia geweigert hatte die Darlehensraten zu zahlen, brachte Kai gänzlich aus dem Gleichgewicht. Zuletzt hatte Julia ihn in einem Schlafsack schlafend auf einer Bank an der Ems gesehen. Neben ihm standen Supermarkttüten.

Zu Julias Unglück reichte der Erlös, den die Bank durch die Verwertung der Immobilie erzielt hatte, zur Befriedigung der Forderungen des Kreditinstitutes nicht aus. Die Bank versuchte daher nun Julias Lohn zu pfänden.

Glücklicherweise hatte Simon im Zuge der Hofübergabe an seinen ältesten Bruder kürzlich eine Abfindung erhalten. Er bot Julia an, die Restschuld zu tilgen. Im Gegenzug bat er Julia einen Ehevertrag zu unterzeichnen und weihte sie in seine Überlegung ein, den Rest der Abfindung als Anschubfinanzierung für einen Neubau zu nutzen. Simon erklärte ihr, für den Fall einer Trennung sicherstellen zu wollen, dass ihm die Immobilie alleine zustehe. Julia hatte aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Sie hatte ebenfalls den Wunsch, einen Ehevertrag abzuschließen und war erleichtert, dass Simon dieses zur Sprache brachte. In Julia war nämlich in den vergangenen Monaten der Wunsch gewachsen, sich mit einem Pflegedienst selbstständig zu machen. Sie hatte sich auch schon bei einem Gründungsservice beraten lassen und wollte gerne einen Ehevertrag schließen, um das Unternehmen auch für den Fall einer Scheidung von Simon zu sichern. Simon war sofort einverstanden und schon jetzt stolz so eine ambitionierte Frau geheiratet zu haben. Auch von der Geschäftsidee in dem zukunftssicheren Betätigungsfeld war er begeistert. Julia und Simon vereinbarten daher direkt am nächsten Tag einen Termin beim Notar. Auch eine Vollmacht wollten die beiden bei dieser Gelegenheit erstellen lassen, um Simon für Notfälle in die Lage zu versetzen, das Unternehmen führen zu können.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Maike Tallen,
Rechtsanwältin und Notarin in Meppen