(mt) Derzeit leben in Deutschland rund 2,8 Millionen Paare ohne Trauschein zusammen. Einige von diesen Paaren möchten ein Eigenheim errichten und stehen vor der nachfolgend beschriebenen oder einer ähnlichen Situation: Anna (fiktiver Name) und Karl (fiktiver Name) leben zusammen, möchten aber nicht heiraten. Karl hat einen Sohn aus erster Ehe. Anna hat eine Tochter aus erster Ehe. Anna ist Eigentümerin eines Grundstücks, welches im Wege der vorweggenommenen Erbfolge auf sie übertragen wurde. Karl verdient gut und hat in den vergangenen Jahren genug Geld für einen Hausbau zusammengespart. Geplant ist nun, mit dem ersparten Geld von Karl auf dem Grundstück von Anna ein Haus zu bauen. Anna und Karl gehen davon aus, dass das Grundstück in Annas Alleineigentum bleiben und Karl Alleineigentümer des Hauses werden wird. Für Anna ist es von großer Bedeutung, dass das Grundstück dauerhaft im Familieneigentum bleibt.

Mit Bau des Hauses wird dieses jedoch mit dem Grundstück von Anna verbunden und mithin Eigentum von Anna, sofern es nicht nur zu einem vorübergehenden Zweck oder in Ausübung eines Rechts an einem fremden Grundstück mit dem Grund und Boden von Anna verbunden wird. Bei Bauten auf fremdem Grund und Boden wird nämlich zivilrechtlich der Eigentümer des Grund und Bodens auch Eigentümer des Gebäudes. Grund und Boden und Gebäude bilden das bebaute Grundstück als einheitlichen Vermögensgegenstand. Der Bauende verliert die Eigentumsrechte am Gebäude an den Eigentümer des Grundstücks. Das zivilrechtliche Eigentum umfasst im Regelfall das Grundstück und die aufstehenden Gebäude als wesentliche Bestandteile des Grundstücks. Bei der Errichtung von Gebäuden auf fremdem Grund und Boden erwirbt der Bauende nur dann das Eigentum an dem Gebäude, wenn das Gebäude im Rahmen eines Miet- oder Pachtverhältnisses errichtet und mit dem Boden nur zu einem vorübergehenden Zweck verbunden ist oder wenn das Gebäude in Ausübung eines dinglichen Rechts (z.B. Erbbaurecht) auf dem fremden Grundstück errichtet wird. Anna und Karl wollen das Haus jedoch nicht nur zu einem vorübergehenden Zweck und auch nicht in Ausübung z.B. eines Erbbaurechts mit dem Grund und Boden verbinden.

Wenn Anna und Karl keine weiteren Regelungen treffen, würde Karl weder Eigentum an dem Haus noch an dem Grundstück erwerben. Insbesondere im Falle einer Trennung wäre dieses für Karl unschön. Auch im Todesfall würde, ohne weitere Regelungen, eine nicht sachgerechte Situation entstehen. Karl sollte daher z.B. auf Grund eines entsprechenden Rechtsgeschäfts als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen werden und/oder es sollten im Rahmen eines Partnerschafts-und/oder Erbvertrages Regelungen zur Verteilung des vorhandenen Vermögens im Trennungs- und/oder Todesfall getroffen werden.

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