(mt) Vielleicht kennen Sie eine ähnliche Geschichte: Dem Ehepaar Müller (fiktiver Name) gehört gemeinsam ein kleines Haus. Jahrelang, auch noch nach Renteneintritt, haben die Müllers auf Urlaub und sonstigen Luxus verzichtet um die Raten für die Immobilienfinanzierung bezahlen zu können. Im Jahr 2015 hatte das Ehepaar Müller es endlich geschafft: Das Haus war abbezahlt! Stolz haben sie die Grundschuld im Grundbuch löschen lassen. Leider ist Herr Müller kurze Zeit später an Demenz erkrankt. Zwar ist das Haus nicht groß, doch Frau Müller schafft es nicht mehr, den Haushalt alleine zu führen. Um ihren Ehemann zu betreuen und mit ihm auch zukünftig weiter zusammenleben zu können, würde Frau Müller das Haus nun gerne verkaufen, um von dem Erlös eine Wohnung in einer betreuten Wohnanlage zu kaufen oder aber um sich dort einzumieten.
Frau Müller kann das Haus jedoch nicht alleine verkaufen. Ihr Mann ist aufgrund seiner Demenz mittlerweile geschäftsunfähig. Eine Vorsorgevollmacht hat Herr Müller zwar auf seine Frau ausgestellt, jedoch nicht in notarieller Form. Im Grundstücksverkehr ist jedoch die notarielle Form erforderlich. Hinsichtlich der Eigentumshälfte von Herrn Müller müsste Frau Müller daher beim Vormundschaftsgericht ein Betreuungsverfahren einleiten. Würde die Zustimmung durch den Betreuer nicht erteilt werden, könnte Frau Müller nur über ihre eigene Eigentumshälfte verfügen. Alleine die Vorstellung, sich auch noch um die Einleitung eines Betreuungsverfahrens kümmern zu müssen, versetzt Frau Müller in Stress.

Diese oder eine ähnliche Situation kann nicht nur aufgrund einer Krankheit eintreten, sondern zum Beispiel auch durch einen Unfall, in dessen Folge die betroffene Person ganz oder teilweise handlungsunfähig wird. Herr Müller hatte immerhin eine privatschriftliche Vorsorgevollmacht auf seine Frau ausgestellt. Mit dieser kann Frau Müller in allen Fällen handeln, in denen nicht eine beglaubigte oder beurkundete Vollmacht erforderlich ist. Viele Menschen treffen jedoch gar keine Vorsorge. Ein häufiger Grund hierfür ist noch immer, dass sie der Fehlvorstellung unterliegen, man könne den Ehepartner kraft Gesetzes vertreten. Ehepartner sind jedoch keine gesetzlichen Vertreter. Auch ein Ehepartner benötigt eine ausdrückliche Bevollmächtigung.
Wieder andere denken nicht daran, dass auch in jüngerem Alter eine Vorsorgevollmacht entscheidende Bedeutung erlangen kann: Fällt beispielsweise ein 35 Jahre alter Unternehmer Christian Schulz (fiktiver Name), aufgrund einer Verletzung aus einem Motorradunfall dauerhaft ins Koma, so kann hieraus die Handlungsunfähigkeit seines Unternehmens resultieren. Auch für seine 2-jährige Tochter Emma und seine Ehefrau Tina ergibt sich die gleiche schwierige Situation, wie sie sich im Alter für Frau Müller darstellt. Auch nach dem Tode kann eine Vorsorgevollmacht noch Bedeutung haben, was insbesondere für Unternehmer wie Christian Schultz wichtig ist.

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