Kulturelle Entdeckungsreise für 300 Besucher

(eb) Aufgrund der umfangreichen Renovierungsarbeiten muss der altgediente „E-Trakt“ am Gymnasium Marianum, der über Jahrzehnte Schülern und Lehrern als Arbeitsplatz diente, in wenigen Wochen abgerissen werden. Um die Räumlichkeiten gebührend „zu verabschieden“, hatte sich die Schule im Rahmen des Projekts SCHULE:KULTUR! etwas Besonderes ausgedacht: Die verwaisten Räumlichkeiten sollten verschiedenen Lern- und Projektgruppen dazu dienen, sich vor den Augen der Öffentlichkeit einmal richtig kreativ auszutoben.

Unter einem Zeiteinsatz, der oft weit über den regulären Unterricht hinausging, machten sich verschiedene Lerngruppen an die Arbeit: Die alten Klassen- und Kursräume verwandelten sich innerhalb weniger Wochen in eine kleine Erlebniswelt, die nun während eines „Abrissevents“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Nach wochenlangen Vorbereitungen hieß es für alle Gäste schließlich: „Betreten auf eigene Gefahr“ und willkommen auf der zukünftigen Baustelle! Nachdem der dunkle Eingangsbereich im Treppenhaus erfolgreich bewältigt war, boten sich den Besuchern unterschiedlichste Angebote: Während es viele Gäste gleich in den von Seminarfachschülern des Jahrgangs 12 aufwändig gestalteten „Escape Room“ verschlug, ließen sich in anderen Räumen Kriminalfälle lösen oder die inzwischen vierzigjährige Geschichte des Marianum entdecken. Nebenan boten einige Klassen und Kurse kulinarische Köstlichkeiten aus aller Herren Länder an, andere backten Waffeln und Pancakes.

Doch nicht nur für das leibliche Wohl war gesorgt: Besonders die künstlerischen und musikalischen Darbietungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte wurden begeistert aufgenommen. Von instrumentalen über gesangliche Darbietungen bis zu Poetry Slams war für jeden Geschmack etwas dabei. Die ganz besondere Atmosphäre, die der verlassene und von Schülergruppen künstlerisch gestaltete Trakt erzeugte, tat dabei ihr Übriges und nicht selten regten die Kunstwerke zum Nachdenken über hochaktuelle Themen an, zum Beispiel über die ausufernde Plastikvermüllung unserer Erde. So blieb auch für ernstere Töne und geschichtliche Bildung Zeit und „Raum“. In diesem Zusammenhang sind ebenfalls die Schicksale jFacebooküdischer Mitbürger in der Zeit des Nationalsozialismus zu nennen, die von den Schülern des „Zweitzeugenprojekts“ auf beeindruckende Weise in einem düsteren, beklemmend-atmosphärischen „Raum der Zweitzeugen“ in Erinnerung ge rufen wurden. Ferner war mit dem Meppener Kunstkreis auch ein Kulturpartner des Marianum mit einem eigenen Raum zugegen, der das umfangreiche Angebot abrundete.

So gingen nach zwei kurzweiligen Stunden die ca. 300 jüngeren und älteren Besucher zufrieden nach Hause. Der altgediente E-Trakt hatte auf besondere Weise noch einmal als Schauplatz des Entdeckens, der Freude, des Lernens und Nachdenkens gedient.