(mt) Privat geschlossene Immobilienkaufverträge ohne Mitwirken eines Notars sind unwirksam. Das ist gesetzlich geregelt. Der Kauf einer Immobilie ist ein Geschäft von so großer Tragweite, dass der Staat sicherstellen will, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Es soll möglichst wenig Streit geben. Außerdem achtet der Notar darauf, dass die Grunderwerbsteuer gezahlt wird, bevor das Eigentum im Grundbuch umgeschrieben und der Käufer endgültig neuer Eigentümer wird.

Der Notar soll Käufer und Verkäufer beraten und die gesamte Vertragsabwicklung überwachen. Der Kaufpreis wird grundsätzlich erst dann gezahlt, wenn die Auflassungsvormerkung zugunsten des Käufers im Grundbuch steht. Die Vormerkung beantragt der Notar, sobald er das Geschäft beurkundet hat. Der Notar prüft auch, ob die Grundschulden des Verkäufers gelöscht sind, Vorkaufsrechte von Kommunen bestehen oder der Erwerber andere Auflagen zu beachten hat. Ist die Immobilie lastenfrei, informiert der Notar den Käufer, dass er zahlen muss. Der Verkäufer bestätigt dem Notar den Eingang des Betrags. Danach beantragt dieser die Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

Der Notar hat zudem eine Beratungsfunktion. Diese Beratung beginnt mit dem Abfassen des Kaufvertrags durch den Notar. Dort stehen Namen und Adressen der Beteiligten, die Daten des Objekts und der Preis. Dann geht es um Fragen wie: Kauft einer oder mehrere? Wird die Küche mitverkauft? Wie ist die Gewährleistung bei Mängeln geregelt? Das Schreiben lesen die Beteiligten vor der Beurkundung. Bei einem Kaufvertrag zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher darf die Beurkundung frühestens zwei Wochen nach Versand des Entwurfs stattfinden. Zwischen Privatleuten gibt es keine gesetzlich vorgegebene Frist.

Der Notar berät nicht zum Preis der Immobilie. Er ist nicht für wirtschaftliche Entscheidungen der Beteiligten zuständig. Zu Steuerangelegenheiten und technischen Fragen rund um Haus, Wohnung und Grundstück äußert er sich ebenfalls nicht. Bei Zweifeln an der Geschäftsfähigkeit von Beteiligten vermerken Notare dies in der Urkunde. Und sollte es zum Beispiel einen Verdacht geben, dass Schwarzgeld mit im Spiel ist, gibt es eine Belehrung und ebenfalls einen Eintrag in die Urkunde.

Bei der Beurkundung erläutert der Notar noch einmal die Vertragsklauseln und beschreibt die Folgen. Dann liest er das Schriftstück Wort für Wort vor, so ist es Vorschrift. Hier fallen mögliche Unklarheiten oder Fehler auf. Details können geklärt oder geändert werden. Bei Bauträgergeschäften ist darauf zu achten, dass Grundstückskauf und Bauvertrag gemeinsam beurkundet werden. Am Ende wird der Kaufvertrag unterschrieben und mit dem Notarsiegel versehen.