Positive Bauzinsen-Prognosen für 2019

(mt) Den Finanzexperten zufolge ist aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ein erheblicher und rascher Anstieg der Zinsen für Immobilienkredite bis zum Ende der Amtszeit des derzeitigen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, im November 2019 nicht zu erwarten. Käufer einer Immobilie mit Fremdfinanzierungsbedarf können daher nach wie vor von den historisch günstigen Kreditzinsen profitieren. Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen in diesem Monat erläutern, was man rechtlich unter einer Kaufpreisfinanzierung versteht:

Die Bank und der Käufer schließen einen Darlehensvertrag. Sie vereinbaren, wie das Darlehen zurückgezahlt wird, und regeln die Höhe der Zinsen. Die Bank will sich für den Fall absichern, dass der Käufer das Darlehen nicht zurückzahlen kann. Meistens wird das gekaufte Grundstück als Sicherheit verwendet. Dazu wird es zugunsten der Bank üblicherweise mit einer Grundschuld belastet. Im Volksmund wird daher häufig gesagt: „Mein Haus gehört der Bank“. Zwar wird der Käufer Eigentümer, wenn er im Grundbuch steht. Die Bank kann aber auf das Grundstück zugreifen, wenn der Darlehensnehmer nicht pünktlich zahlt. Mit der Eintragung einer Grundschuld ist es, als hätte der Käufer das Grundstück der Bank „verpfändet“. Die Bank kann das Grundstück durch Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung zu Geld machen. Welche Schulden durch die Grundschuld abgesichert werden, ergibt sich aus einer besonderen Vereinbarung – der Zweckerklärung. Diese Zweckerklärung ist deshalb besonders wichtig. Man sollte sie sich genau ansehen! Grundschuld und Grundschuldzinsen müssen in das Grundbuch eingetragen werden. Die Grundschuld gibt der Bank das Recht, in das verpfändete Grundstück zu vollstrecken.

Wenn der Darlehensnehmer das Darlehen nicht zurückzahlt, müsste die Bank vor Gericht klagen. Mit dem Urteil könnte sie dann auf das restliche Vermögen des Darlehensnehmers zugreifen. Das ist zeitaufwendig und teuer, deshalb verlangen Banken neben der Grundschuld meist noch ein Schuldanerkenntnis und die Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung. Hat der Darlehensnehmer in der notariellen Bestellungsurkunde ein solches Schuldanerkenntnis abgegeben und sich der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen, kann die Bank ohne Gerichtsprozess vollstrecken.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr Glück, Erfolg und Gesundheit!

Autor

Ihre Maike Tallen

TALLEN Partnerschaft und von Rechtsanwälten mbB

Rechtsanwältin und Notarin in Meppen