Einkauf unter und mit Freunden

(th) Gestern kam ich nach einem anstrengenden Tag ins Büro zurück. Die unaufhörlich blinkenden Lämpchen meines Druckers wiesen mich unmissverständlich darauf hin, dass es Zeit war, die Tintenpatronen auszutauschen. Also machte ich mich daran, die passenden im Internet zu suchen. Unzählige Vergleichsangebote, Kundenbewertungen und Empfehlungen, auf deren Kenntnis ich gern verzichtet hätte, wurden mir ohne weiteres Zutun dargestellt. Die Vielzahl der mutmaßlich auf mich persönlich zugeschnittenen Angebote, welche mir von Großkonzernen auf Grundlage über mich gesammelter Daten zielgerichtet angezeigt wurden, trübten meine Laune ungemein. Das erste Mal in diesem Jahr fiel die Außentemperatur unter die 0-Grad-Marke. Natürlich hatte ich bisher die Heizung noch nicht entsprechend aktiviert. Die Kälte im Nacken lies ich mich in den Bürostuhl zurückfallen. Kein Ton, kein Mensch, kein Tier – ich war allein. Das soll das glorreiche Einkaufserlebnis im Internet sein? Allein zu jeder Zeit?

Power off, Engines on –
ins Auto zum örtlichen Händler
meines Vertrauens!

Erlebnis pur

17:53 Uhr – raus aus dem Auto und hinein in das Ladenlokal. „Guten Abend!“, begrüßte mich eine freundliche Mitarbeiterin direkt am Eingang. Ich beeilte mich in die Computer-Abteilung zu kommen, um noch schnell meine Patronen zu kaufen. Ein Mitarbeiter bot mir direkt seine Hilfe an. Innerhalb kürzester Zeit bot er mir nicht nur die beste, sondern auch eine noch preisgünstigere Lösung an. Er beeindruckte mich mit seinem Fachwissen enorm. Ich genoss es, wegen einer unbedeutenden Tintenpatrone mit Freundlichkeit bedient und in meinem Verlangen für Ernst genommen zu werden. Nachdem ich den passenden Artikel an der Kasse bezahlt hatte, wünschte mir die freundliche Dame einen schönen Abend. Mit einem zufriedenen Lächeln begab ich mich in mein Auto. Die Uhr zeigte es deutlich: 18:17 Uhr. Diesen Service, diese Freundlichkeit, beheizte Räumlichkeiten und Ware direkt zum Mitnehmen – das bieten halt nur die Händler vor Ort!

Fazit

Die Geschäfte, Dienstleister und Firmen unserer Stadt schenken uns viel. Sie sind neben Arbeitgebern auch ein wichtiges Element unseres gemeinsamen Zusammenlebens. Mit ihrem Sponsoring unterstützen sie die lokalen Vereine und ermöglichen erst die großartigen Feste innerhalb unserer Stadt. Ich will es nicht von der Hand weisen: Einkauf über das Internet ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Doch es sind wir Menschen, die von Computern in Nächten entgegengenommene Aufträge in selbigen noch verarbeiten müssen, damit sich Bestellungen am nächsten Tag bereits in der Post befinden.

Ich habe in der vergangenen Ausgabe des Stadtmagazins DER MEPPENER bereits in meinem Vorwort an die Langsamkeit appelliert. Doch so schnell wie ins Auto setzen, in die Stadt fahren und den persönlichen Wunsch direkt zu erwerben, das können selbst die schnellsten Internetdienstleister nicht. Davon sind sie noch meilenweit entfernt!

Autor

Tom Hagemann

Stadtmagazin ER MEPPENER

Chefredaktion & Herausgeber
Stadtmagazin DER MEPPENER.