(mt) Seit einigen Jahren erlangt die „Asset Protection“ (Vermögensschutz) auch in Deutschland immer größere Bedeutung. Die mittlerweile kaum noch versicherbare unternehmerische Tätigkeit, Finanzierungen, Scheidungen und auch Erbfälle bergen Gefahr eines Haftungszugriffs von Gläubigern.

Betroffen von den Risiken sind alle vermögenden Privatpersonen, sei es, weil sie Geschäftsführer sind oder sei es, weil sie als Freiberufler wie Ärzte, Anwälte und Steuerberater oder als Erben über Geld verfügen.

Bausteine des Vermögensschutzes sind

  1. die Nutzung der Möglichkeiten, die die Rechtsordnung bietet um eine persönliche Haftung auszuschließen, wie z.B. Abschluss von Berufshaftpflichtversicherungen, Vereinbarung von Haftungsbegrenzungen, Organisation in einer die Haftungsbegrenzung ermöglichenden Rechtsform.
  2. steuerliche Gestaltung.
  3. Schaffung von pfändungsfreiem Privatvermögen. Bestimmte Vermögenswerte, wie z.B. Wohnungsrechte oder Altersversorgung im Rahmen der §§ 851 c, d ZPO können bei entsprechender Gestaltung nicht gepfändet werden.
  4. Vermögensübertragungen, insbesondere durch Schenkungen zugunsten von Ehe-/Lebenspartnern oder Abkömmlingen (Kinder, Enkel) oder güterrechtliche Verträge.
  5. familienrechtliche Gestaltungen wie z.B. der Abschluss eines Ehevertrages, der im Fall der Scheidung Zugewinnausgleichsansprüche und Unterhaltsforderungen beherrschbar macht.
  6. erbrechtliche Gestaltungen wie z.B. Vor- und Nacherbschaft mit vorsorgender Testamentsvollstreckung.
  7. die Bündelung von Privatvermögen in einer Familiengesellschaft. Im Gesellschaftsvertrag können Vorkehrungen getroffen werden, um den Zugriff von Gläubigern, Schwiegerkindern, etc. zu erschweren und das Vermögen für die Familienmitglieder zu erhalten.

Ausgangspunkt all dieser Überlegungen muss jedoch das Bewusstsein sein, dass eine Vermögensübertragung bei bereits verwirklichtem Haftungsrisiko das Ziel verfehlt. Eine Vermögensübertragung ergibt nur zur Vorsorge wegen einer erst in der Zukunft drohenden Haftung Sinn. Grund hierfür sind die vom Gesetz bereitgehaltenen Regelungen, solche Vermögensübertragungen bei bereits verwirklichtem Haftungsrisiko wieder rückgängig machen zu können. Ist die Krise erst eingetreten, wird das Beiseiteschaffen oder Verschleiern von Vermögenswerten zudem ggf. strafrechtlich relevant. Die drei goldenen Regeln der Asset Protection sind daher:

Rechtzeitig handeln
Rechtzeitig handeln
Rechtzeitig handeln

Autor

Ihre Maike Tallen

TALLEN Partnerschaft und von Rechtsanwälten mbB

Rechtsanwältin und Notarin in Meppen

Datenschutzinformation
Der datenschutzrechtliche Verantwortliche (CMD Studio GmbH, Deutschland) würde gerne mit folgenden Diensten Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: