Anders, verwirrend, urkomisch und abwechslungsreich

(eb) Tino Bomelino steht zwar noch am Anfang seiner Karriere in der Stand-up Comedy Szene, hat aber bereits diverse Preise gewonnen und teilte schon mit Dieter Nuhr und Co. die Bühne. Nach Meppen kam er jetzt am Samstag, 17.11., mit seinem ersten kompletten Soloprogramm „Man muss die Dinge nur zu Ende“. Los ging es Punkt 20 Uhr im alten Güterbahnhof, den Räumen der Menke Werbeagentur und des Klavierhauses Dausin. Doch zu sehen war am Anfang von Bomelino selbst erst einmal nichts: er setzte bei seinem Auftritt u.a. auf Texte, Bilder und Videos, die gut inszeniert an die Wand projiziert wurden. So kommunizierte er zunächst nur per Leinwand und eingeblendetem Text mit seinen Gästen, die ungewöhnliche Einlage sorgte gleich für Gelächter und Verwunderung. Schließlich erschien der Komiker aber höchstselbst und brachte die Meppener fortan mit Geschichten, Bildern und Liedern zum Lachen. Dabei folgten die Abläufe scheinbar keiner Logik: Immer wieder spontan wurden Videos, Bilder oder Musik in seine witzigen Geschichten und Gags eingebunden, der Wechsel immer fließend. Dies sorgte für viel Abwechslung und noch mehr Kurzweil. Die kleinen Videoeinspieler oder Bilder sind mit Liebe zum Detail und viel Witz von Bomelino selbst erstellt.

Musikalisch setzt er auf eine sogenannte Loopstation: Mit dem Mund ahmte er Geräusche, wie Melodien, Schlagzeug und mehr nach, nahm sie auf, und ließ sie zeitgleich in Endlosschleife wieder abspielen. Über diese Sounds sang er anschließend Texte, so entstand innerhalb von Sekunden ein absurd-komischer Song mit witziger Botschaft. Auch das Publikum wurde eingebunden, steuerte Texte für seine Lieder bei oder stand Rede und Antwort auf seine Fragen, aus denen Bomelino dann wieder gekonnt die nächste Pointe formte.

Beim gesamten Auftritt wirkte der Komiker spontan, fahrig, hektisch, dann wieder melancholisch und auf witzige Weise genervt oder euphorisch. Ein Wechselbad aus Pointen, witzigen Bildern, seltsamen Videos und mitreißender Klangkunst mit zwinkerndem Auge. Der sympathische Mannheimer spielte sich schnell ins Herz des Publikums: Je älter der Abend wurde, desto ausgelassener wurde die Stimmung, es gab regelmäßig Lachsalven und Szenenapplaus. In der Pause ließ er das Publikum aufschreiben, was dieses sich immer vornimmt und dann aber stattdessen macht. Aus den Antworten sang er vor und reicherte diese mit bissigen und witzigen Kommentaren an, getreu dem Motto: Man muss die Ding nur zu Ende. Diese Nummer kam extrem gut an, legte Bomelino doch immer wieder den Finger in die Wunden des Publikums.

Nach einer kurzen Zugabe endete die Show und er entließ sein Publikum gut „ausgelacht“ in die Nacht.

Autor

Eigenbericht

Band “Outsiders”