(sg) Frohes Neues allerseits! Das Kalenderjahr 2017 ist passé, während das vergangene Steuerjahr noch ordentlich abgeschlossen werden muss. Hierfür müssen die bilanzierenden Betriebe im Vergleich zu den sogenannten Einnahme-Überschuss-Rechnern mehr tun. Denn aus den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und der Abgabenordnung besteht für sie die Verpflichtung zur Inventur. Danach sind Bilanzen aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen zu erstellen. Die Inventur ist wiederum eine Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung. Sollte das Finanzamt aber feststellen, dass die Buchführung nicht ordnungsgemäß ist, kann es den Gewinn teilweise oder vollständig schätzen…

Was gilt es also bei den Inventurarbeiten zu beachten bzw. wie und wann müssen sie durchgeführt werden? Die einzelnen Vermögensgegenstände, allen voran das sogenannte Vorratsvermögen (Waren, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse), müssen in ein Bestandsverzeichnis aufgenommen werden. Um den Nachweis der Vollständigkeit zu erbringen, muss jeder Posten im Inventar nach dessen Menge (Maß, Zahl, Gewicht), der Bezeichnung (Art, Größe, ggf. Artikel-Nummer) sowie dem Wert aufgelistet sein.

Die Bestandsaufnahme hat grundsätzlich einzeln und körperlich zu erfolgen, wobei in besonderen Fällen auch Ausnahmen etwa durch Stichproben oder mittels Gruppenbewertung erlaubt sind. Die Inventurteams mit jeweils einem Zähler und einem Schreiber gehen dabei in der örtlichen Reihenfolge der Lagerung (z.B. Werkstatt, Lager, Verkaufsräume) alle Bestände durch und kennzeichnen diese eindeutig und nachprüfbar. Die anschließend unterschriebenen Listen und Unterlagen entfalten unmittelbare Bindungswirkung für die Wertansätze im Rahmen der Jahresabschlusserstellung und müssen zehn Jahre lang aufbewahrt werden.

Auch den Zeitpunkt der Inventur hat der Gesetzgeber geregelt: Grundsätzlich soll zeitnah, also idealerweise direkt am Bilanzstichtag „gezählt“ werden. Da dies jedoch in der Praxis kaum durchsetzbar ist, gibt man sich doch wohl auch mit einem 10-Tages-Abstand rund um den 31.12. eines Jahres zufrieden, wobei Bestandsveränderungen dieser Zeitspanne entsprechend berücksichtigt werden müssen. Bei einigen Betrieben darf aber auch die sogenannte „zeitverschobene Inventur“ angewendet werden. Hier verlängert sich die vorgenannte Frist von zehn Tagen auf drei Monate vor oder zwei Monate nach dem Bilanzstichtag. Etwa bei EDV-unterstützten Lagerverwaltungen könnte zudem eine seltene, jedoch ebenfalls zulässige Methode zur Anwendung kommen, nämlich die „permanente Inventur“.

Doch wann und durch welche Inventur auch immer – oftmals bleiben am „Zähltag“ die Türen der jeweiligen Geschäfte geschlossen. Und eins ist dabei sicher: Dahinter wird akribisch gearbeitet!

Lassen Sie sich gut beraten!

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