Heinrich Jansen

(th) Vielen Meppenerinnen und Meppenern ist Heinrich Jansen durch seine zahlreichen Ausstellungen als Konzertfotograf ein Begriff. Mit präzisem Blick und großer Strahlkraft spiegeln seine Fotografien die Kraft der Musik und die Hingabe der abgelichteten Musiker wieder. Doch nicht seine persönliche Affinität zur Musik brachte den Bildgestalter zur Fotografie, sondern sein Hang zum Modellbau – genauer: seine Begeisterung für die Formel 1.

Um ihre Modellautos bis ins kleinste Detail bauen zu können, benötigten sie Bildmaterial. Die Formel 1 war zu dieser Zeit ein absoluter Randsport in der deutschen TV-Landschaft. „Es wurde am Abend um 23.30 Uhr vielleicht kurz in den Sportnachrichten bekanntgegeben, wer die Plätze 1 bis 3 belegt hat, aber Bilder waren Mangelware,“ berichtet der Meppener im Gespräch. Also beschlossen ein Freund und er 1986 zum Rennen am Hockenheimring zu fahren. Eine geliehene Spiegelreflexkamera mit einem Objektiv sollte ihm helfen, möglichst viele Details für seine Modellbauten festzuhalten. Die Ernüchterung war bei der Betrachtung der erstellten Fotos groß: auf den Papierabzügen waren die Details sehr winzig. Sein Ehrgeiz war geweckt! Er begann sich mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen, las viele Bücher und erwarb eine eigene Kamera. Im nächsten Jahr sollte dies besser werden.

Das Interesse an der Formel 1 war Ende der 1980er-Jahre noch sehr gering. „Ich konnte mich auf der Tribüne frei bewegen und aus verschiedenen Winkeln Aufnahmen der Fahrzeuge machen,“ berichtet Jansen. Er hatte inzwischen begonnen, auch Fotos in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) und der Formel 3 zu machen. Die Kontakte, welche er bei diesen geschlossen hatte, sollten sich als äußerst nützlich für die Fotografie der Formel 1 erweisen: über einen Kontakt aus der Formel 3 kannte er einen Teammanager der Formel 1. Sie hatten abgemacht, dass er bei seinem nächsten Besuch der Formel 1 diesen anrufen sollte. Dies tat der begeisterte Fotograf aus einer Telefonzelle am Hockenheimring. In der Mittagspause gaben die Ingenieure ihre Zutrittspässe an den Teammanager, der wiederum einen dieser Pässe an Jansen. Unbehelligt konnte er sich in den Boxen bewegen und Fotos machen. Heute wäre dies undenkbar. Doch auch damals hätte es bei seinem ersten Eintritt in die Boxen zuende sein können: die erste Person, welche ihm entgegen kam, war der bis 2017 mächtigste Mann der Formel 1 – Bernie Ecclestone! Hätte der den „Schwindel“ bemerkt, wäre alles vorbei gewesen, ehe es hätte beginnen können. Die Fotos auf dieser Seite zeigen aber, dass dem nicht so wahr.

Über die Jahre entstanden großartige Fotografien. Heinrich Jansen stellte diese auch auf seine Webseite. Der Webadministrator von Riccardo Patrese fragte an, ob er eines dieser auf der Internetseite des Fahrers verwenden dürfte. Noch heute ist dieses dort zu sehen. Auf gleichem Weg wurde auch das Team Ligier auf die Fotos aufmerksam. 2016 erschien in Buchform die Rennsport-Chronik des Teams. Mit vier Aufnahmen ist der begeisterte Meppener Fotograf in diesem Buch vertreten. Stolz hält er sein Exemplar mit persönlicher Widmung in seinen Händen.

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