Mit 74 Jahren der älteste Darsteller auf der Freilichtbühne Meppen

(eb) Er hat 32 Mal im Kinderstück mitgewirkt, 14 Mal im Abendstück gespielt und 13 Jahre sogar in beiden Stücken auf der Bühne gestanden. Rüdiger Smorra blickt auf aufregende Jahre zurück.

Seine Karriere an der Freilichtbühne Meppen begann im Jahr 1976, als Rüdiger Smorra den „Frosch“ in „Dornröschen“ spielte. Schnell war ihm klar, dass das Theaterspielen seine Passion ist und es folgten mit „Till Eulenspiegel“, „Rumpelstilzchen“, „Das tapfere Schneiderlein“ und „Räuber Hotzenplotz“ noch vier weitere Jahre, in denen er das „Märchen“ spielte. „Heute nennen wir es ja „Kinder-oder Familienstück“, aber damals war es immer „das Märchen“, welches für die Kinder gespielt wurde“ erklärt Smorra.

Als „Majordomus Gonzala“ in „Maske in Blau“ feierte Rüdiger Smorra seine Premiere im Abendstück. „Pension Schöller“, „Der Hauptmann von Köpenik“, „Die drei Musketiere“, „Ein Käfig voller Narren“, „Golgatha, die Passion“ waren einige weitere Inszenierungen am Abend, in denen er mitspielte, bevor er im Jahr 2010, mit dem „Kunstlehrer“ in „Fame“, seine aktive Zeit im Abendstück beendete. Rüdiger Smorra spielte alle seine Rollen voll aus. Ob es Sprünge von meterhohen Emporen waren, Judorollen im Sand, eine rasante Fahrt auf einem Roller in „Alice im Wunderland“ oder der Sprung in ein Spinnennetz in „Ärger im Gemüsebeet“. „Das Netz habe ich immer selber geknüpft. Ich wollte sicher gehen, dass es auch hält“ verrät Smorra. Gehalten hat das Netz immer, dennoch kam es in dem Jahr zu einer schweren Verletzung, die ihn aber nicht daran hinderte die Saison zu Ende zu spielen.

Es war 1979 die Rolle des „geschwinden Friedel“ in „Rumpelstilzchen“, die Smorra zum ersten Mal „im Kostüm“ in das Meppener Krankenhaus brachte. „Ich musste mit einer Schubkarre von der Bühne abfahren und habe mir extra eine Rampe aus Sand gebaut, damit ich schneller den Berg hochkomme. Mit der Schubkarre bin ich um ein Haus gebogen, habe die Karre abgestellt und hatte dann rund 30 Sekunden Zeit, mich umzuziehen, bevor ich wieder auf die Bühne musste“, berichtet Smorra. „Das Ganze ist viele Mal gut gegangen. Doch einmal bin ich um das Haus rum und mit der Schubkarre gegen einen Baum gefahren, der neben dem Haus stand. Ich habe mir dann den Griff der Schubkarre in die Rippen gerammt“. Er habe Sterne gesehen und war fest davon überzeugt, dass er sich schwerer verletzt hatte. Er bat die Umstehenden, einen Krankenwagen zu rufen und ist dann, wie es sich gehört, zurück auf die Bühne. „Als die Aufführung zu Ende war, fühlte ich mich schon wieder ganz gut“, klärt Rüdiger uns auf. Ins Krankenhaus ist er dann aber doch gefahren, wo zum Glück nur eine starke Prellung diagnostiziert wurde.

Es sollte nicht sein letzter Besuch „im Kostüm“ im Krankenhaus bleiben. Besonders ärgerlich war es im Jahr 1983, als Rüdiger Smorra, an der Premiere von „Ärger im Gemüsebeet“, beim Schlussapplaus eine Judorolle machte und sich dabei schwer verletzte. Das Schlüsselbein war gebrochen, die Saison damit aber nicht vorbei für Smorra: „Ich habe mich bei meinen nächsten Auftritten ein wenig zurücknehmen müssen, dann ging das“. Das Meppener Ludmillenstift hat ihn in den Jahren danach noch zwei weitere Mal „im Kostüm“ in Empfang nehmen dürfen.

Aber nicht nur Stürze und Verletzungen sind seine besonderen Erlebnisse in all den Jahren. „Als „Weißer Hase“ in „Alice im Wunderland“ bin ich mit einem Roller rasend schnell eine Rampe runtergefahren. Ich habe es immer geschafft rechtzeitig zu stoppen, doch einmal war ich doch zu schnell und bin auf dem Schoß einer Frau in der ersten Reihe gelandet. Die Frau hat es mit Humor genommen, dass plötzlich ein „weißer Hase“ auf ihrem Schoß saß“ schmunzelt Smorra.

Mittlerweile ist Rüdiger Smorra etwas ruhiger geworden auf der Bühne und verkörpert in diesem Jahr den „Bürgermeister von Lönneberga“. Eine passende Rolle für einen Mann mit 74 Jahren. Aber in seinen Anfängen wäre er sicher gerne selber in die Rolle des „Michel“ geschlüpft und hätte sich an all den Streichen erfreut, die er hätte spielen dürfen. Und vielleicht sehen wir ihn im nächsten Jahr bei „Ronja Räubertochter“ noch einmal auf der Bühne, in seinem dann 33sten Jahr im Kinderstück auf der Freilichtbühne Meppen.

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