(sg) In dem Bereich der sogenannten Sonderausgaben, welche unsereiner in seiner Einkommensteuererklärung unter anderem geltend machen darf, hat sich etwas getan. Hier fanden zwar zugegebenermaßen keine krassen Änderungen in der Gesetzgebung bzw. der Rechtsprechung statt. Dennoch möchten wir Ihnen zumindest drei der neuen, wenn auch nur geringfügigen, Nuancen nicht vorenthalten.

Zahlt man in die gesetzliche Rentenversicherung ein, so werden diese Beiträge unter dem Oberbegriff „Altersvorsorgeaufwendungen“ angesetzt. Hierbei werden sie jedoch kraft Gesetz nicht in voller Höhe, sondern sowohl auf einen sogenannten absoluten Höchstbetrag als auch durch einen bestimmten Prozentsatz begrenzt, in die Berechnung des zu versteuernden Einkommens miteinbezogen. Diese beiden Höchstgrenzen sind auf 22.767 € bzw. auf 82% mit Wirkung ab dem 01.01.2016 gestiegen und werden somit von der Finanzverwaltung bereits im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung 2016 automatisch entsprechend berücksichtigt. Auf gut Deutsch gesagt, können sich bei einem ledigen Steuerpflichtigen maximal 82% von 22.767 € und somit 18.669 € steuerlich auswirken. Diese Ausführungen gelten im Übrigen für die Einzahlungen in eine berufsständische Versorgungseinrichtung wie in die landwirtschaftliche Alterskasse, aber auch für die sogenannten Rürup-Renten genauso.

Unsere Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge erhält das Finanzamt inzwischen direkt von den Krankenkassen auf elektronischem Wege übermittelt und setzt sie auch in derselben Höhe entsprechend steuermindernd an. Nun ist aber aufgefallen, dass die Krankenkassen bei der Datenübertragung nicht zwischen Beitragsrückgewähr, Bonuszahlungen oder sonstigen Rückerstattungen unterscheiden können – ein eher technisches Problem also, zugegeben. Die Folge davon ist aber, dass die voll abzugsfähigen Sonderausgaben (versehentlich) um diese gesamten Rückzahlungen gekürzt werden. Somit ein guter Rat: Reichen Sie immer sämtliche Bescheinigungen Ihrer Krankenkasse in Kopie bei der Einkommensteuererklärung mit ein!

Wer Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten geleistet und diese steuerlich begünstigend geltend machen wollte, hatte des Öfteren ein Problem: Der oder die „Ex“ hat „geb(l)ockt“ und/oder diese Bezüge bei sich nicht angegeben. Damit soll jetzt Schluss sein, denn ab 2016 ist der Abzug solcher Unterhaltszahlungen nur noch dann möglich, wenn die Steuer-identifikationsnummer der unterhaltenen Person angegeben wird. Dabei ist die unterhaltene Person zur Mitteilung dieser Nummer verpflichtet. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, ist der Unterhaltsleistende berechtigt, bei der für ihn zuständigen Finanzbehörde die Steueridentifikationsnummer der unterhaltenen Person zu erfragen.

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