(sg) Reden wir doch über die Vorteile einer doppelten Haushaltsführung! Nein, dabei geht es nicht um eine Art „Tipp“, wie man beispielsweise ein Doppelleben führt und klammheimlich zwei Familien in zwei verschiedenen Städten unterhält. Und nein, eine(n) Geliebte(n) lassen wir an dieser Stelle ebenfalls komplett raus… Wir bleiben selbstverständlich fein korrekt und rein steuerlich bei der Sache.

Unter dem Begriff der „doppelten Haushaltsführung“ verbergen sich nämlich im Einkommensteuerrecht Vergünstigungen, welche die Berücksichtigung einiger beruflich notwendigen Mehraufwendungen ermöglichen.

So können die tatsächlich nachgewiesenen Unterkunfts-/Übernachtungskosten bis zu einer Obergrenze in Höhe von monatlich 1.000 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden. Sie können aber auch vom Arbeitgeber für eine Übergangszeit von drei Monaten mit einem Pauschbetrag von 20 Euro sowie für die Folgezeit mit einem Pauschbetrag von 5 Euro je Übernachtung steuerfrei erstattet werden.

Bei dem steuerlichen Ansatz der Fahrtkosten wird dreierlei unterschieden: Die erste und die letzte Heimfahrt mit eigenem PKW wird mit 0,30 Euro je km berücksichtigt, während eine wöchentliche Heimfahrt während der Dauer der doppelten Haushaltsführung mit je 0,15 Euro pro km anerkannt wird. Übrigens: Fährt man ein oder andermal nicht zum Ort des eigenen Hausstands, können alternativ die Kosten eines 15-minütigen Telefonats angesetzt werden. Zu guter Letzt kommt bei den Fahrten zwischen der Wohnung am Arbeitsort und der ersten Tätigkeitsstätte die Entfernungspauschale von 0,30 Euro je km der einfachen Entfernung zur Geltung.

Außerdem können für Verpflegungsmehraufwendungen folgende Pauschbeträge angesetzt werden: Bei eintägiger Abwesenheit vom Ort der ersten Tätigkeitsstätte von mehr als acht Stunden 12 Euro, bei mehrtägiger Abwesenheit für den An- und Abreisetag jeweils 12 Euro, für die „Zwischentage“ mit Abwesenheit 24 Stunden 24 Euro. Der Abzug ist hier aber auf drei Monate beschränkt. Dabei führt eine mindestens vierwöchige Unterbrechung zum Beginn einer neuen Drei-Monats-Frist.

Das alles hört sich zwar ziemlich gut an. Wann aber liegt eine steuerlich berücksichtigungsfähige doppelte Haushaltsführung überhaupt vor?! Hierzu äußert sich der Gesetzgeber im Grunde knapp: Es muss neben dem eigenen Hausstand am sog. Lebensmittelpunkt eine zusätzliche Wohnung am auswärtigen Beschäftigungsort aus beruflicher Veranlassung unterhalten werden.

Dieser eine Satz hat aber eine enorm hohe Brisanz in sich: Unterstützt durch die aktuelle, leider meist pro-fiskalische Rechtsprechung, „knackt“ das Finanzamt gerade über diese Voraussetzungen immer öfter die Steuerfälle und verwirft vor allem bei jungen und/oder ledigen Steuerpflichtigen den angestrebten Ansatz einer doppelten Haushaltsführung mit all ihren oben erwähnten Vorteilen…

Lassen Sie es dazu erst gar nicht kommen – lassen Sie sich gut beraten!

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