(sg) Ob quoka, markt.de, DaWanda oder, natürlich, ebay – das Geschäft der Internet-Auktionshäuser boomt nach wie vor und erfreut sich unwahrscheinlich großer Beliebtheit. Auch beziehungsweise vor allem Privatleute kaufen und bieten fleißig mit und an, denn hier gehen selbst scheinbar unverkäufliche Gegenstände über die „virtuelle Theke“. Die Freude über ihr „Zubrot“ wahrt jedoch bei den Verkäufern oftmals nicht allzu lange, denn: „Big Brother is watching you“…

Bereits gute zehn Jahre lang durchforsten die dafür speziell ausgebildeten Finanzbeamten mithilfe der Spähsoftware „XPIDER“ täglich rund 100.000 Internetseiten auf Anzeichen für ein gewerbliches Handeln. Taucht bei diesen Recherchen für viele Auktionen derselbe Name auf, stellt das Finanzamt ein sogenanntes Auskunftsersuchen an die jeweilige Plattform und bekommt daraufhin alle notwendigen Details über sämtliche Aktivitäten dieses Mitglieds. Die so gewonnenen Informationen werden im Amt auf zweierlei Tatbestandsmerkmale geprüft und entsprechend ausgewertet, nämlich in einkommensteuerrechtlicher Hinsicht einerseits sowie auf umsatzsteuerliche Auswirkungen andererseits.

Bei der Einkommensteuer stellt die Finanzbehörde zunächst auf das Vorliegen einer Einkunftserzielungsabsicht ab: Waren die Online-Versteigerungen bisher zumeist verlustbringend und ist in absehbarer Zeit (meist fünf bis acht Jahre) nicht mit einem Totalgewinn zu rechnen, ordnet man die Tätigkeit dem steuerlich irrelevanten Bereich der Liebhaberei zu und ignoriert sie. Werden aber Verkäufe nachhaltig, also wiederholt und mit Gewinnerzielungsabsicht getätigt, liegen Einkünfte aus Gewerbebetrieb vor. Und sie sind einkommensteuerpflichtig. Eine, eigentlich, an sich „ganz klare Kiste“, wären da nicht die äußerst unangenehmen Folgen einer solchen Einstufung: Die Privatleute, die auf diese Weise unwissentlich gewerblich tätig wurden, haben meist keine Belege als Nachweis für Betriebsausgaben aufbewahrt und müssen daher auf die Anerkennung ihrer „Eigenbelege“ hoffen. Womit sich das Finanzamt wiederum schwertut. Also sind hier einige zeit- und nervenaufreibende Auseinandersetzungen quasi vorprogrammiert…

Das Umsatzsteuerrecht ist aber noch tückischer! Denn hier wird als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer klassifiziert, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt. Punkt! Das bedeutet, jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen führt zur Unternehmereigenschaft! Also auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt! Liegen die Umsätze im Vorjahr nicht über 17.500 EUR und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht über 50.000 EUR, kann sich zwar der „Betroffene“ auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung berufen und „mit blauem Auge davon kommen“. Wer jedoch diese Grenzen “sprengt“, muss seine Umsätze der Umsatzsteuerpflicht unterwerfen…

Kommen Sie erst gar nicht in „Teufels Küche“ – lassen Sie sich gut beraten!

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