Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

(th) Vor 25 Jahren waren Kinder an zwei Schulen im Altkreis Meppen von sexuellen Missbräuchen durch Lehrer betroffen. Zu diesem Thema gab es noch keine Erkenntnisse. Die Fallzahlen in der Kinderklinik des Ludmillenstifts und der Beratungsstelle des Bistums Osnabrück in Meppen zeigten allerdings die Notwendigkeit einer Vernetzung deutlich. Zur stärkeren Vernetzung verschiedener Einrichtungen und Institutionen wurde der Arbeitskreis ins Leben gerufen. Seit 1994 bietet die Beratungsstelle bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Emsland-Mitte e.V. Beratung und Prävention  zum Thema Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an.

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Arbeitskreises bestehen in der fachlichen Auseinandersetzung mit dieser hochaktuellen Thematik. Aus dieser gemeinsamen Arbeit wurde schnell der Bedarf nach Weiterqualifizierung der teilnehmenden Fachkollegen, von Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher sowie für Lehrkräfte, von Fallbesprechungen und Elternabenden deutlich.

Um möglichst viele Kinder und Jugendliche, Pädagoginnen und Pädagogen zu erreichen, wurde probeweise ein erstes Theaterstück unter dem Namen „Komm Paula, trau dich“ als Pilotprojekt aufgeführt. Die Resonanz darauf war durchweg positiv. Das Konzept wurde weiterentwickelt. Vorreiter in der Beratungs- und Präventionsarbeit zum Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche war bereits zu diesem Zeitpunkt die Kontakt- und Informationsstelle Zartbitter Köln. Das dort entwickelte Theaterstück für Grundschulklassen „Komm mit – Hau ab“ eignete sich hervorragend für die Präventionsarbeit mit Kindern.  Auf mutmachende, kindgerechte und unterhaltsame Art werden die wichtigsten Präventionsbotschaften vermittelt:  Mein Körper gehört mir! Ich darf Nein sagen! Traue deinen Gefühlen! Es gibt schöne und blöde Geheimnisse! Ich darf mir Hilfe holen! Diese Botschaften sind die Grundpfeiler der Arbeit.

Der Wunsch der Eltern und Lehrer neben Kindern auch gezielt Jugendliche zu diesem Thema zu informieren, führte zu einem weiteren auf die Altersgruppe zugeschnittenen Projekt. Seit dem Jahr 2000 ist durch die Unterstützung der „Kreisarbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken im nördlichen Emsland“ neben dem Grundschulprojekt im Frühjahr, ein Projekt für Jugendliche im Herbst anzubieten. In Zusammenarbeit mit Zartbitter Köln wird das Theaterstück „Click it“ seit 2007 aufgeführt, welches verstärkt Cybermobbing und sexuelle Gewalt in den Medien thematisiert. Dieser kontinuierlichen Präventionsarbeit ist es zu verdanken, dass sowohl in den aufgeführten Stücken, den Lehrerfortbildungen und Elternabenden stets aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse Berücksichtigung finden.

Zahlen, die mehr sagen als tausend Worte: mind. 30000 Kinder und Jugendliche konnten in den vergangenen Jahren durch die Projekte erreicht werden. 720 LehrerInnen wurden zum Thema „Sexuelle Gewalt und Prävention“ fortgebildet. Um den Zugang und die Arbeit mit dem Thema zu erleichtern, entwickelte der Arbeitskreis Materialkoffer für Kindergärten und Grundschulen. Diese können gegen eine Schutzgebühr bei der Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes ausgeliehen werden.

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