(sg) Schließen sich mindestens zwei Personen zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks zusammen, so entsteht eine Personengesellschaft – ob man will oder nicht quasi. Kommt man beispielsweise in einer Fahrgemeinschaft zu seiner Arbeit – schon hat man kraft Gesetzes eine sogenannte Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet!

Aufgrund der recht simplen, jedoch deutlich klaren Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch ist GbR (auch „BGB-Gesellschaft“ genannt) die meist verbreiteste Personengesellschaftsform. Auch darf sie zu Recht als eine Art Mutter aller weiteren Personengesellschaften betrachtet werden. Die für sie geltenden Bestimmungen werden nämlich von beinahe sämtlichen Rechtsnormen aufgegriffen, welche für übrige Gebilde zuständig sind.

In der Praxis sind folgende typische Personengesellschaften weit verbreitet: die Kommanditgesellschaft (oft im Verbund mit einer GmbH), die offene Handelsgesellschaft, die Partnerschaftsgesellschaft sowie die stille Gesellschaft. Dagegen „laufen“ einem Steuerberater solche „Exoten“ wie die Partenreederei oder die Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) eher selten über seinen beruflichen Weg, obwohl diese ebenfalls der „Zunft“ der Personengesellschaften angehören.

Einkommenbesteuert werden die Personengesellschaften nach dem sog. Transparenzprinzip. Es besagt, dass nur die Gesellschafter als Steuersubjekte angesehen werden und die auf sie entfallenen Gewinnanteile lediglich in ihren jeweiligen Einkommensteuererklärungen „auftauchen“ dürfen. Anders verhält es sich auf den Rechtsgebieten der Umsatzsteuer und der Gewerbesteuer, denn hier ist die Gesellschaft selbst Steuerschuldner.

Da Personengesellschaften für beinahe jeden beliebigen Zweck gegründet werden können, teilt sie das Steuerrecht in gewerblich tätige auf und in solche, die vermögensverwaltend agieren. Diese Trennung ist vor allem bei GbR enorm wichtig: im Fall der Erzielung von Einkünften aus Gewerbebetrieb werden sämtliche Wirtschaftsgüter der Gesellschaft zum Betriebsvermögen. Ergo fallen hieraus Steuern an (so bei Veräußerung oder Entnahme). Agiert die Gesellschaft dagegen vermögensverwaltend (Vermietung von Wohnhäusern, Kapitalvermögen u.ä.), bleiben ihre Wirtschaftsgüter im Privatvermögen der Gesellschafter, was die Steuerfreiheit einer späteren Veräußerung bedeutet.

Möchten dieselben Personen sowohl gewerblichen als auch vermögensverwaltenden Tätigkeiten gleichzeitig nachgehen (z.B. ein Mehrfamilienhaus vermieten und darauf eine Photovoltaik-Anlage betreiben), ist eine strikte Trennung bspw. durch Bildung von zwei Personengesellschaften (sog. „Schwestergesellschaften“) zu empfehlen. Anderenfalls „infiziert“ der gewerbliche Part sämtliche übrigen Einkünfte und Wirtschaftsgüter und „verhaftet“ sie in der Gewerblichkeit!

Lassen Sie sich gut beraten!

Datenschutzinformation
Der datenschutzrechtliche Verantwortliche (CMD Studio GmbH, Deutschland) würde gerne mit folgenden Diensten Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: